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Robert hatte gerade eine wohlmeinende „Rezension“ über ein Werk namens Das große Buch der Männergesundheit verfasst. Dabei hatte es der Autor in seinem einleitenden Beitrag bereits treffend auf den Punkt gebracht: Der Mann an sich schert sich nicht um seine Gesundheit. Natürlich nicht, wie der Autor unter anderem nahe legte, weil es in Männerkreisen als uncool gilt, sorgsam auf sich Acht zu geben. Nein, vielmehr weil sich eine allzu besorgte Einstellung der eigenen Gesundheit gegenüber nur in einer Schwächung derselben auszahlen könnte. Das lag ja wohl auf der Hand. Dieses In-sich-hinein-horchen war doch nichts anderes, als ein in Frage stellen. Self-fulfilling prophecy sozusagen. Nein, damit wollte Robert gar nicht erst anfangen. Das Buch würde sicher floppen. Es sei denn, man würde es dort bewerben, wo die Frauen sich Anregungen für Partnergeschenke holten. Dann würde es zwar immer noch nicht gelesen werden – jedenfalls nicht von seiner vermeintlichen Klientel – aber immerhin über den Ladentisch gereicht werden.

Ein paar Tage später sollte sich Robert zum Thema Männergesundheit mehr Gedanken machen ...

Vier Jahre lang hatte Robert durchgearbeitet, ohne auch nur einen einzigen Tag aus gesundheitlichen Gründen zu fehlen. Und auch in den letzten (fast) zwei Jahren der verringerten Beschäftigung – auch Arbeitslosigkeit genannt – wurde er nicht einmal von einer Grippe oder ähnlichem aus der Bahn geworfen. Seine Freundin Kora, die mindestens genau so eine saubere Einstellung ihrem Arbeitgeber, beziehungsweise ihrer Arbeit gegenüber hatte, wurde dagegen schon ein um andere Mal gezwungen, das Bett zu hüten. Dabei war sie so robust, so kräftig, so vital. Ganz ohne Zipperlein war Robert allerdings im letzten Jahr auch nicht geblieben. Immer öfter plagte ihn ein Sitzschmerz, den er auf die endlosen Stunden, die er am Rechner sitzend zubrachte, zurückführte. Lästig zwar, aber eben kein wirkliches Gebrechen. So dachte Robert zumindest, bis er seine Eigendiagnose nicht länger aufrecht halten konnte.

An einem Donnerstag hatte er sich auf dem Fernsehsofa von Matti und Barthez gequält, bis er es nicht länger aushielt. Am Freitag baute er sich einen Sitzturm aus den Spielkissen seiner Töchter und hielt es dennoch nicht vor dem Rechner aus. Spontan verabredete er sich für den nächsten Tag mit Kora zum spazieren gehen. Er brauchte irgendwie Ablenkung – den ganzen Tag auf dem Bauch liegen würde er nicht durchhalten. Am Samstag spazierte er denn auch mit Kora über den Wochenmarkt am Goldbekufer. Nachdem sein Kühlgel so wenig bewirkt hatte, besorgte er sich eine Rückensalbe, die er vor diesem Spaziergang erstmals aufgetragen hatte. Wirkung: gleich Null.

Durchgehend sendete ihm sein Steiß unleugbare Schmerzsignale, die Robert den sonnigen Samstag an der Seite seiner Liebsten zunehmend vergällten. Für Latte macchiato oder sein beliebtes portugiesisches Pendant, Galao, hielten die beiden dementsprechend nach einem Stehcafé Ausschau. Der Rückweg von Winterhude ins heimische Eimsbüttel wurde dann komplett per pedes zurückgelegt und Robert erhoffte sich Linderung durch ein wenig Verschnaufen in der Bauchlage auf Koras Bett.

Wer weiß, wie lange es Robert wohl noch so weitergetrieben hätte ... wenn er nicht diese erschreckende Entdeckung beim Klogang gemacht hätte. Als überzeugter Sitzendpinkler, der er war, hatte Robert nach dem kleinen Geschäft einen eher zufälligen Blick auf die Klobrille geworfen. Doch was bekam er da zu sehen? Einen gräulich, schmierigen Klecks, versetzt mit deutlich an Blut gemahnenden roten Schlieren. O weia. Wo mag das nur hergekommen sein? Von einem Moment auf den anderen wurde Robert klar, dass er sich bezüglich seiner vermeintlichen Steißüberbelastung irgendwie falsch diagnostiziert hatte ... und ... nicht drum herum kommen würde, dies Kora gegenüber zuzugeben ... und ... ja, und ... dann wohl ins Krankenhaus müsste – einen Fachmann eine treffendere Diagnose fällen lassen.

Nun befindet sich der menschliche Steiß ja bekanntlich dort, wo Mensch am schlechtesten selbst Einsicht nehmen kann. Vergleichbar etwa mit der Eigenpflege betreibenden Katze, die beim besten Willen und aller übermenschlichen Gelenkigkeit zum Trotz nicht an diesen einen Punkt im Genick gelangt. Also? Kora zeigen ... auch wenn’s unangenehm ist. Inzwischen war Robert sich ja schon im Klaren darüber, dass er angesichts am Wochenende geschlossener Hausarztpraxen die nächsten Stunden im UKE verbringen würde. Kora untersuchte also Roberts Rückfront und mit Hilfe von ein, zwei Metern Klopapier wischte sie auch reichlich eitrigen Ausfluss aus einer Stelle am obersten Innenschenkel. „Tja, da hast du ein richtiges Loch“, sagte sie eher fasziniert als geschockt oder gar angewidert. Robert wollte wirklich nichts über Löcher in seinem Körper hören ... schon gar nicht über solche, die Mutter Natur nicht von Beginn an dort vorgesehen hatte. Aber dafür war es nun zu spät. Der Schmerz andererseits war mit einem Schlag abgeklungen, vollständig verstummt – ums Krankenhaus würde Robert dennoch nicht herumkommen.

Kora und Robert marschierten zum UKE. Zehn, fünfzehn Minuten dauerte das etwa von Koras Wohnung aus. Robert stellte sich auf eine lange Wartezeit ein, doch bereits nach 20 Minuten wurde er in einen Untersuchungsraum geführt. Der junge Bereitschaftsarzt brauchte nicht lange für seine Diagnose. „Sie haben eine Spina Soundso-idalis – eine Steißbein-Fistel.“ Die folgenden Erläuterungen nahm Robert etwas verschwommen wahr. „... ist verbreiteter als man denkt ... muss operativ behandelt werden ... Blutabnahme ... EKG ... Lunge röntgen ...“
„Wie, das muss operativ behandelt werden?“ fragte Robert nach. „Ambulant, oder was meinen Sie?“
„Nein, stationär ... das ist kein kleiner Eingriff ... aufwändig, aber verläuft in nahezu allen Fällen gut ... lange Zeit der Nachbehandlung ... Vollnarkose ... wann haben Sie zuletzt gegessen? ... Einweisung auf Station ... heute noch ...“

Robert konnte es nicht fassen. Er war in seinem ganzen Leben nur ein einziges Mal länger als ein paar Stunden im Krankenhaus gewesen – bei seiner Polypen-OP im Alter von elf. Nun sollte er sich sofort auf Station begeben und unter Vollnarkose operiert werden, sobald er ausgenüchtert sei. Tja, zuletzt gegessen hatte er direkt auf dem Herweg. In Anbetracht der zu erwartenden Stunden langen Warterei hatte er ein Sojawürstchen und zwei Käsestangen verhaftet. Das gab ihm nun beinahe sechs Stunden Schonfrist. Doch der Arzt meinte, man würde im UKE Nonstop operieren und Robert sei dann etwa um halb Eins unter dem Messer.

Robert steckte in einer ausgesprochenen Zwickmühle. Einerseits wollte er die Sache so schnell wie möglich hinter sich bringen, andererseits hätte er den OP-Termin am liebsten auf den Sanktnimmerleinstag verschoben.

Bei der Röntgenaufnahme outete sich die Schwester als ebenfalls Betroffene. Vor einigen Jahren habe sie den selben Eingriff über sich ergehen lassen müssen. Lästig, aber harmlos. Und Kora erinnerte sich sogleich an ihre ehemalige WG-Genossin, die ebenfalls operiert worden sei und dann über Wochen ein offenes Loch hatte auspülen und tamponieren müssen. Na, das waren ja Aussichten. Das Wissen, dass es vielen anderen genauso ergangen war oder noch ergehen würde, war auch keine rechte Hilfe. Robert fand es schlichtweg ungerecht und nicht im Mindesten verständlich, dass es nun an ihm sein sollte, Krankenhauspatient zu werden. Ein Operierter noch dazu. Die beinahe verzweifelte Frage, ob man das Problem nicht auch medikamentös behandeln könne, war ja längst mitleidig lächelnd verneint worden. Antibiotika würde Robert halt noch obendrauf bekommen. Und wie er sich den Laden vorstellte, gab’s das Zeug unter Garantie intravenös ...

Robert ging also mit Kora zu sich nach Hause und packte ein paar Sachen. Um 22 Uhr hatte er sich dann auf Station 5 einzufinden ...

Dort angekommen wurde er noch in Jacke gleich ins Bad geführt und kurzerhand am Arsch rasiert. Super. Danach durfte er allein duschen und das schmissige Netzunterhöschen sowie den hinten offenen Kittel anziehen. Klasse.

Zwischen Zwölf und halb Eins setzte ihn die Schwester dann davon in Kenntnis, dass er heute – also jetzt noch in dieser Nacht – nicht mehr operiert werden würde. Notfälle hätten Vorrang. Immerhin bekam er noch Abendbrot und Mineralwasser gebracht. Nun sollte Robert am nächsten Morgen unters Messer kommen.

Der Tag schleppte sich dahin. Robert hatte sich wirklich mehr von Die Rebellin von Carcassonnne versprochen und außer Lesen blieb ihm nicht viel in Netzhöschen und Po-frei-Kittel. Dass ihm der blanke Hans rasiert worden war, erfüllte ihn auch nicht grade mit zusätzlichem Besitzerstolz, und so blieb er im Bett und wartete ... und wartete ... und wartete ...

Ab Zwölf ging er dazu über, mit hinten zugehaltenem Kittelchen, im Stundentakt zum Dienstzimmer zu schlurfen und zu fragen, ob er denn heut überhaupt noch dran käme. Andernfalls würde er nach Hause gehen wollen. Der Steiß bereitete ihm zwar seit dem „Eiterlass“ keine Probleme, dafür das Gerstenkorn umso mehr. Robert hatte das Gefühl, dass die neuerliche Ausnüchterung ihn mehr und mehr dehydrierte, was seinem Auge anscheinend auch nicht gut bekam. Freiwillig an den Tropf, wie ihm bereitwillig angeboten wurde, wollte er aber keinesfalls.

Um Drei kam Kora von ihrem Wochenend-Putzjob und drängte den mürrischen Robert zu einer Partie Carcassonne auf dem welligen Bettbezug seines Krankenlagers. Wie die frisch angesteckte Zigarette an der Bushaltestelle den Bus herbeizaubert, so zauberten Kora und die gerade begonnene Brettspielpartie den Pfleger herbei, der Robert nun doch endlich in die Katakomben zur OP bringen sollte.

Abgesehen vom Anbringen der Braunüle in seiner linken Armbeuge und dem Wechsel vom Bett auf den mobilen Behandlungstisch gab es ausreichend beschäftigungslose Zeit, in der Robert sich angesichts der sehr herunter gekommen wirkenden Räumlichkeiten mehr und mehr an filmische Darstellungen der Pathologie erinnert fühlte. Zeit genug, um streng riechenden Schweiß abzusondern, bekam er natürlich auch.

Egal, wie sehr ihn die anstehende Narkose untergründig ihn Sorge versetzte, Robert wünschte sich den alles betäubenden Schleier anästhesistischer Kunstfertigkeit dringend herbei. [sep2003]

Eben wieder zubereitet und gegessen: Käse-Tortellini mit Käsesauce und geriebenem Käse... gibt's alles "beim" Aldi

- 1 Packung Käsetortellini [Kühlregal; wenn da, meist vergraben unter Fleisch-Tortellini]
- 1 Packung Sahne-Schmelzkäse
- 1 Packung H-Schlagsahne
- etwas reichlich, ruhig grob geriebenen Parmesan [Tortenstück, Kühlregal]
- Klare Gemüsebrühe [zum Abschmecken der Soße]
- Schuss Milch [zum Abschmecken der Soße]

Wenn man wie ich das Nudelwasser im Wasserkocher vorheizt, dann ist der ganze Zauber nach 5 Minuten spätestens vorbei... ideal für kochfaule Singles oder Teilzeitväter einer dieser modernen Patchwork-Familien .-)

Kleinen Topf mit Sahne, Schmelzkäse und Gemüsebrühe erhitzen. Bei Bedarf durch Zugabe von Milch etwas abmildern im Geschmack.

Großen Topf am Boden mit Wasser füllen und erhitzen. Heißes Wasser aus Kocher dazu und die Tortellini hinterher [2-3 Minuten Kochzeit].

Nach Wunsch aus beiden Töpfen auftun und mit dem frisch geriebenen Parmesan vollenden.

Guten Appetit

Sport fällt im Anschluss etwas schwer... aber Alkohol findet in k3 eine solide Grundlage :-)

Eigentlich hätten Jessica Alba [f4 - Susan Storm] und Charlize Theron [Aeon Flux] einfach die Rollen tauschen können. Keine von beiden hätte die Haarfarbe wechseln müssen und Jessica Alba kennt sich ja bereits bestens aus in den Gefilden einer düsteren Endzeitwelt [Maschendrahtzäune scheinen da stets eine wichtige Rolle zu spielen, wie ihrerzeit schon Barb Wire erkannt hat]. Allerdings will mir Oscar-Gewinnerin Theron auch als die bessere Besetzungswahl für Assassinin Aeon erscheinen - Jessica Alba sieht einfach zu bieder lieb aus. Warum frau sich nach dem Gewinn des Oscars für eine solche Rolle zur Verfügung stellt, soll unter anderem an der spannenden Vorlage [MTV Comic-Serie der 90er] liegen, die sich nie so recht in eine Schublade zwängen ließ. Hoffen wir, dass dies nicht nur PR-Gewäsch ist - gab ja schon andere Oscar-Gewinnerinnen, die im Anschluss nicht so recht überzeugend in Akimbo machten. Ganz, ganz selten aber soll man auch mit der Akimbo-Rolle selbst diese Ehrung erfahren. Regie führte Karyn Kusama, die immerhin schon mit Michelle Rodriguez und Girlfight ein Händchen für Akimbo-Filme bewies. Gedreht wurde größtenteils in den Babelsberg Studios, Berlin. Kinostart: Herbst 2005

Charlize Theron in Aeon FluxThe long and lanky Theron is dressed in a black lycra body suit with a corset like back, semi-transparent arms, gloves, short dark and cut hair, black eyeliner and a three stripe open front. It's an outfit that's far more practical than that in the show, and yet still retains a form-fitting sexiness. Her living quarters are a dark curved room consisting of a hole in the wall for a wardrobe, a glowing window, and a bed curtained by rather thin steel chains. It's functional yet twisted in a S&M kind of way, an interesting place to say the least.
[Bericht bei Dark Horizons]

You're going to be the next big action heroine.
That's going to be me! Watch out, Arnie! But I think that even though this is very physically demanding it's definitely not lacking in the acting department. If it was I wouldn't be here. I couldn't see myself going through four months, five months, now almost eight months, of this if I didn't have the creative satisfaction that I do need as an actor.
[Dark Horizons Interview mit Charlize Theron]

Mit Schirm, Charme und Melone [1997]
RTL, 20.15