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Meine Nachbarn schießen mit dem Holzschredder gezielt auf meine Gartentür wäre vielleicht passender formuliert. Ist auch schon 2 Monate her, aber eben hab ich bei der Hausverwaltung angefragt, wann sie denn mal das Loch in meinem Küchenboden zu schließen gedächten. Um dem Ganzen ein wenig Würze zu verleihen, habe ich meiner Sachbearbeiterin gesagt, der Sandhaufen [aus meiner unterhöhlten Küche] vor meiner Gartentür würde meine nicht näher benannten Nachbarn dazu animieren, mit ihrem Holzschredder in meine Richtung zu zielen. Genau genommen bin ich aber nicht sicher, ob es der Haufen war, der sie dazu angeregt hatte. Ich hatte vorab nämlich eine Beteiligung an der gemeinschaftlichen Instandsetzung des Hinterhofgartens kategorisch abgelehnt. Das hatte aber mehrere plausible Gründe:
  • Der Hamburger Sommer ist sehr, sehr kurz und ein Nordgarten dementsprechend selten nutzbar. In Unkosten wollte ich mich dafür nicht stürzen [habe ich angeführt]
  • Ich wurde ausgerechnet von dem Nachbarn gefragt, den ich nicht ausstehen kann [habe ich nicht angeführt]
  • Vor Einzug des unsympathischen Nachbarn hatte ich hatten meine Freundin, meine Mutter und meine beiden Töchter den Garten gerade schwer in Schuss gebracht und der Unsympath stellte sich vor mit den Worten*: "mit Gartenarbeit habe er nicht viel am Hut, er würde vielleicht mal ein paar Blumenzwiebeln verteilen." [habe ich nicht angeführt]
  • In Nordgärten sind Farne so gut wie das einzige, was ein freundliches Grün dauerhaft erschafft. Und die hätten wir ja - und die würde ich auch am liebsten mögen. [habe ich angeführt]
Nachträglich bestätigt wurde ich durch die Efeu-Aktion des Unsympathen. Eines Tages hatte er sämtliche Efeuwurzelstämme per Säge gekappt, auf seiner Seite auch großflächig die Ranken abgerissen. Den riesigen Komposthaufen dann sechs Monate mitten im Garten liegen lassen. Da er auch bei den Nachbarn des Nebenhauses die Wurzeln gekappt hatte, kam dort ein gewisser Unmut auf, warum jemand den Efeu kappe, sich im Anschluss aber nicht um den erheblichen Laubfall des [eigentlich] immergrünen Gewächses kümmere. Auf Anfragen bestritt er zudem, der Efeumörder gewesen zu sein. Ansonsten fühl ich mich ja nicht zum Denunzianten berufen, bot mich aber der Nachbarin von Gegenüber - auf ihre Bitte hin - als Tatzeuge an, weil ich Lügner - vor allem unsympathische - total arm finde. Dank des Komposthaufens wurde mein Tränendes Herz und ein Edelfarn mit wachsigem Blattwerk zerstört. Einzig der gemeine Farn und das schicke bodendeckende Unkraut, was er akribisch ausgeharkt hatte, erwiesen sich als unverwüstlich. Die Zwiebeln, die er im Frühjahr [!] verbuddelt hatte, sind natürlich nicht gekommen. Naja, vielleicht nächstes Jahr.

*eigentlich begann er die Vorstellung mit den Worten: "Wie laut es denn vom Spielplatz, der sich unserem Garten anschließt, herüberschalle. Er könne Kinder nämlich nicht so gut leiden". Kommt natürlich immer gut an sowas, bei einem zweifachen Teilzeitvater.