
Heute vor genau 29 Jahren hat ein angehender Wurstfabrikant den entscheidenden Elfmeter der EM '76 derart in den Belgrader Nachthimmel gesemmelt, dass man sich nicht sicher sein kann, ob die Pille jemals wieder den Boden unsres Planeten geküsst hat. In Partnerschaft mit metagame.net betrachten es seit über 6 Jahren als unsere Aufgabe, daran zu erinnern, wer für diese Scheiße verantwortlich war...

Ganz besonders schön ist das Gesicht von Uli Hoeneß: "Wir war'n ganz klar besser als die."
Ich denk mir verdrossen: "Na, wer hat ihn denn verschossen?" '76 vergessen wir nie!!!
Norbert und die Feiglinge: "Bayern hat verloren"

Am Samstag war es soweit. Mika und ich hatten uns verabredet, endlich die Fotos für MC Winkels look-a-like Contest zu machen. Dazu hatten wir uns selbstverständlich auch echte Schnurrbärte stehen lassen - kaschiert in einer den gesamten Kinnbereich einschließenden Bartbullette. Damit war nun Schluss. Abrasiert das tarnende Umfeld und schon mal die Mundwinkelfurchen einüben [siehe Bild]. Ich hatte mir die Digi-Cam meiner Mutter geliehen und... die Software bei ihr vergessen. Also rief ich Freund B. an, ob er uns nicht seine Kamera für ein Stündchen überlassen wollte. Was er natürlich sofort... verneinte. Er würde seine technischen Geräte nicht verleihen. Das sei so ein Prinzip-Ding. Genau, B., wie damals... als du den BMW neu hattest und nur der Fahrer rauchen durfte *hrhr*... egal, B. wollte dann auch zu Mika kommen. Derweil probten wir schonmal die Garderobe und machten dabei Fotos mit Mikas Handy. Als B. dann endlich eintrudelte, saß ich längst bei der Bildbearbeitung der Handy-Fotos und seine Kamera interessierte uns 'nen Scheiß! Leider hab ich vor lauter Aufregung im Moment der Don Schroeder Corleone Ablichtung vergessen, meine Mundwinkel so signifikant zu betonen, wie ich es vorher ein ums andere Mal geübt hatte.
Wir waren also viel schneller fertig, als gedacht. Keinen Smoking aus dem Kostümverleih, der Binder war ein Holstenschlüsselband und die Katze eigentlich ein Stoffhase meiner Töchter. Die Ergebnisse sollen heute abend beim MC online gehen.
Später sind wir dann mit dem Zug nach Lüneburg gefahren, wo das gesamte Wochenende Stadtfest sein sollte. Mir war das ja so kein Begriff. Wenn ich dann also fragte, ob H. heute arbeiten würde, dann war Mikas empörte Antwort: Ja, klar! Heute ist STADTFEST! Wir liefen also in einem wachsenden Pulk dem Zentrum der Feierlichkeiten entgegen und ich ahnte zu dem Zeitpunkt bereits, dass wir wohl doch nicht den letzten Zug zurück nach Hamburg nehmen würden. Mika, der in Lüneburg so etwas wie einen Teil seiner Wurzeln hat, stellte mich an diesem Abend diversen Leuten vor. Die Antwort war dann immer recht gleichlautend: Ach, DU bist Schröder. Ja, von dir habe ich schon gehört. Manchmal auch ergänzt um ein: Ja, von eurem Vatertag hab ich schon einiges gehört. Das war mir im Grunde etwas unheimlich. So viele Leute, die besser um meinen diesjährigen Vatertag Bescheid wussten als ich selbst. Hin und wieder wurde mir auch unangenehm bewusst, dass diese Leute, die mich zwar dank der Vatertagsschilderung schon zu kennen glaubten, einen Schröder zu sehen bekamen, der wenig stolz eine fette Rotzbremse zur Schau trug. Mika hatte seinen Schnauzer selbstverständlich vor der Fahrt nach Lüneburg entfernt.
Der Ausflug erinnerte mich jedenfalls stark an meine ersten elternlosen Reisen nach Süditalien. Gut, so warm war es nicht - aber dieses draußen feiern, laufend neue Leute kennen lernen, dieses zentralistische Piazetta-Ding halt. Immer wenn Mika sagte, wir würden uns gegen 23 Uhr Richtung Bahnhof verabschieden, wurde er kräftig ausgelacht oder mit befremdeten Blicken bedacht und so befreite ich ihn irgendwann von dieser im Kreise volltrunkener Party-People ziemlich lächerlich wirkenden Verpflichtung mit den Worten: Solange wir genügend nette Leute um uns haben, die mit uns trinken, können wir auch den ersten Zug nehmen. Derart befreit eierten wir von einer Bühne zur nächsten, wechselten von Lüpi zu Astra zu... anderem Bier. Auf einer Bühne spielte eine Band sogar eine Huldigung an Akimbo-Ikone Milla Jovovich, aber ich kann mich nicht mehr an den Text erinnern. Unseren Zug am Sonntag in der Früh um 5.55 Uhr haben wir tatsächlich erreicht und selbstverständlich ließen wir uns am Harburger Bahnhof stilvoll vom brüllenden Schaffner wecken. Schnurrbart immer dabei, versteht sich...
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