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Ich bin begeistert. Ich bin damit nicht allein. Dieser Confed-Cup hat Spaß gemacht. Mir und vielen anderen. Woran hat es gelegen?

In der heimischen Wahrnehmung sicher vor allem an den torreichen Begegnungen der eigenen Mannschaft. Das waren mitunter echte Fußballfeste allen voran das kleine Finale mit dem fulminanten 4:3 nach Verlängerung gegen Mexiko. Poldi und Schweini haben so einen positiven Wirbel verursacht, dass ich wetten könnte, die müßige Frage nach den vor langer Zeit ausgestorbenen Straßenfußballern wird bis zum Ende der WM im nächsten Jahr sicher keiner mehr aufwerfen. Strahlemann Klinsi hat Offensivfußball und Mannschaftsverjüngung versprochen - und Wort gehalten. Er hat sich vor seine Mannschaft gestellt, hat an dem arg [und zu Recht] kritisierten Robert The Berlin Wall Huth festgehalten und dadurch einen ganz außergewöhnlichen Publikumsliebling erschaffen. Bassdröhnende HUUUUUUUTHHH-Rufe bei jeder Ballberührung des ungelenken Verteidigers hat man doch zuletzt bei Klinsis Vorgänger Tante Käthe zu hören bekommen. Huth dankte es mit einer passablen Partie als Innenverteidiger gegen schwierige Mexikaner und vor allem mit dem Tor zum 3:2. Manch ein Fernseh-Kommentator erkannte sogar eine kontinuierliche Steigerung im Spiel unsres leibhaftigen Defensivbollwerks. Sicher, vom vielen Bankdrücken bei Chelsea hatte er wohl schlicht auch etwas Praxis nötig, um nicht gar so unbedarft wie im ersten Spiel auszusehen. Ein Diego Buchwald wird er dennoch nie. Wahrscheinlich auch kein Jürgen Kohler, dafür ist er körperlich einfach ein paar Nummern zu groß und dementsprechend sperrig. Aber ich glaube an Legendenbildung, wie scheinbar auch die TalentsichterStar-Aufkäufer im Anschluss an Fußballgroßveranstaltungen. Entsprechend aufgebaut - und danach siehts ja gerade aus - könnte ihm also eine große Zukunft winken.

Ein weiterer Pluspunkt der gestern abgeschlossenen Veranstaltung war sicherlich auch die allgemein hohe Anzahl erzielter Tore [nimmt man die Griechen mal raus]. Da wurde von den von mir geschätzten Experten der ARD gestern schon mal vorsichtshalber darauf hingewiesen, dass die Teilnehmer des Confed-Cup bei der echten WM dann vielleicht doch überwiegend etwas vorsichtiger agieren werden. Eine Einschätzung, die ich teile und dennoch hoffe, dass wir uns nicht ganz von dem geilen Halodri-Fußball abkehren, der in den letzten 2 Wochen unsre Herzen im Sturm eroberte. Dass auch ein Klinsmann nicht wirklich Fußball-Mentalitäten zu ändern im Stande ist, weiß ich. Will ich ja auch gar nicht.

Ein Satz noch zur famosen Stimmung auf den Rängen: Die Begeisterung der Zuschauer liegt eventuell darin begründet, dass es für die echte WM keine Karten gibt. Jedenfalls nicht für Normalsterbliche. Also ergreift man die Chance und zelebriert WM im eigenen Land einfach ein Jahr vorher. Somit genau genommen tolle Vertriebspolitik. Aber ernsthaft, wenn mir da nicht gewaltig was vorgegaukelt wurde, dann war das eine astreine, kunterbunte Spitzenstimmung in den schmucken neuen Fußballoberhäusern.

So, genug gelabert über etwas, das die meisten genauso sehen. Ich bin jedenfalls heiß auf die WM im nächsten Jahr. Hab ich das schonmal gesagt? Achja, hier:

wm-fieber - auftakt confed cup...