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[c] copyright Alex Miranda
[c] Alex Miranda

Oben abgebildet seht ihr ein paar Akimbostudien aus der "Feder" des brasilianischen Comiczeichners Alex Miranda. Die Skizze könnte man sogar ersteigern. Und noch ein paar weitere von ihm und anderen Zeichnern. Nun bin ich gar nicht mal sooo ein großer Miranda-Fan - finde die ewig gleiche Nase seiner Heldinnen langweilig - aber sein Beruf fasziniert mich. Ich glaube ja, dass Miranda gar nicht wirklich Comiczeichner ist, sondern einzig und allein von der Versteigerung seiner Pin-ups lebt. Wenn man comicartcommunity über einen längeren Zeitraum beoabachtet, stellt man schnell fest, dass es niemanden gibt, der so viele Motive zur Auktion frei gibt wie ihn. Da kann doch gar keine Zeit mehr bleiben für die Produktion ganzer Hefte...
Neben den Bildern, die versteigert werden, hat die ComicArtCommunity aber vor allem einen gigantischen Fundus an Superhelden zu bieten. Von den ganz Großen, den Etablierten, von weniger bekannten... klassisch, modern, originell... farbig, schwarzweiß oder grob skizziert. Ein Blick in die Galerie lohnt sich...

Es ist Frühsommer, die Tour de France rollt durch Frankreich. Nach dem Confed-Cup, der mich sowas von positiv überrascht hat, findet nun also direkt das nächste sportliche Großereignis statt, dessen Verlauf von Millionen Menschen in allen Ecken der Welt verfolgt wird.
Fasziniert hat mich diese Veranstaltung schon bevor Kraftwerk ihr ein Lied widmeten. Glaube ich jedenfalls. Das waren natürlich trübe Zeiten damals. Zumindest für jemanden, der sich am leichtesten für die sportlichen Höchstleistungen eines Landsmannes begeistert. Trotzdem... das [für mich und viele andere] Außergewöhnliche an der Tour de France hab ich damals schon wahrgenommen. Es ist wohl vor allem die unglaubliche Schinderei, der Raubbau am radfahrenden Körper, die unsägliche Qual in den Bergen... aber auch noch vieles andere. Die unterschiedlichen Qualitäten, die die Radfahrer auf der Tour an den Tag legen. Die Teamarbeit. Die Ausreißer und die Gefräßigkeit des Peloton. Sogar die Tradition, dass Weine und Leckereien der jeweiligen Region Frankreichs, durch die der gigantische Tross gerade rollt, von den Fernsehsendern vorgestellt werden. Dabei hasse ich Wein seit ich elf Jahre alt bin.
Zurück zur Qual. Vorgestern habe ich erstmals den Dokumentarfilm Höllentour zum 100. Geburtstag der Tour de France im Jahr 2003 gesehen. Klasse! Unglaubliche Bilder, die keine Sportübertragung bieten kann. Obwohl deren Kameras ja zum Teil am selben Fleck gestanden haben. Toll auch die Auswahl der Hauptpersonen. Erik Zabel, der [abgehalfterte] Superduper-Sprint-Allstar im zweiten Frustjahr nach langen Jahren des einzigartigen Erfolgs. Und sein Zimmergenosse Rolf Aldag, der nie Star, immer nur Helfer und Wasserträger war. Erfolge konnten die beiden in diesem Jahr nicht wirklich verbuchen, aber das wäre der Intention des Dokumentarfilms auch nicht gerecht geworden. Dass Jan Ullrich in dem Jahr nicht für Telekom, sondern für Bianchi fuhr, half dem Konzept zusätzlich. Kein Star weit und breit, der vom "Elend" der beiden Protagonisten abgelenkt hätte.
Erik Zabel feiert heute übrigens seinen 35. Geburtstag. In Österreich. Bei der dortigen Rundfahrt. Vorbei die [begeisternden] Zeiten, in denen der Kommentator rief "...und da kommt Erik Zabel... Erik Zabel... Erik Zabel... und Erik Zabel gewinnt!" So ging das ein ums andere Mal. War schlicht unglaublich. Ist es für mich heut noch im Übrigen. Dieses Zusammenspiel von Anfahrer und Sprintstar... egal, herzlichen Glückwunsch, Ete! Sei froh, dass du heut nicht dabei bist.
Mein momentaner Lieblingsfahrer ist Jens Voigt. Der ist Arbeiter. Antreiber. Aggressiv. Teamspieler. Ein toller Typ. Aber ich werd voraussichtlich nichts zu feiern haben mit ihm. Mal sehen, vielleicht ja doch. Immerhin braucht er das gelbe Trikot seines CSC-Teamkameraden Zabriskie nicht mehr zu verteidigen... und ob er es auf dieser Tour jemals für seinen Kapitän Ivan Basso erobern oder verteidigen muss, ist angesichts der exorbitanten Gier nach Toursiegen von Unsympath Armstrong eh sehr fraglich.
Ach so, Ulle. Ja, wenn der gewinnt, freut mich das auch. Hab mich damals '96 geärgert, als er für Bjarne Riis den Helfer machte... und selber hätte gewinnen können, wie ich fand. Im nächsten Jahr der Sieg und die feste Überzeugung, so würde es weitergehen. Wäre es wohl bei anderen auch. Bei Lance Armstrong sieht mans ja. Zabel und Aldag waren sich zumindest einig, dass Ulle was hat, was außer Lance und ihm höchstens noch zwei, drei andere besitzen. Zumindest bis Armstrong auftauchte hätte Jan Ullrich also weiter gewinnen können... selber schuld. Wahrscheinlich hat Ulle bei Geburt sogar mehr Toursieger-Qualitäten geschenkt bekommen als Armstrong... allein, beim eisernen Siegeswillen wurde gespart. Und der ist ausschlaggebend.