Der Mensch ist ja ein Gemeinschaftstier und so wohnen die meisten von uns auch nicht allein. Weder in Blankenese, noch in Billstedt. Zumindest Nachbarn haben wir. Viele von uns im gleichen Haus – nicht hunderte Meter entfernt und auch nicht durch einen schmiedeeisernen Zaun getrennt. Was ja eine gute Sache ist. Wer will schon für ein flott geborgtes Ei oder eine Tasse Zucker in den Bus steigen müssen?
Nachbarn können mitunter allerdings ausgeprägte Spleens haben. So bringt der eine vielleicht täglich seinen immer gleichen Müll nach unten. Taschentücher, Kippenreste und Orangenschalen, nur um die Tüte kurz vor den Mülltonnen an der Hauswand zu entleeren. Manche Nachbarn kommen auch aus dem Urlaub als Akkordeonspieler zurück und unterhalten ungefragt den sonst so heimeligen Hinterhof mit Herzschmerz-Melodeien ihres Schifferklaviers. Oder sie entdecken plötzlich ihre Liebe für den gemeinsamen Nordgarten, der zuvor jahrelang den fast morbiden Charme eines Dornröschenparks versprühen durfte, nun, sorgsam geharkt und artig bepflanzt, Fenster in eine fremde Welt zu sein scheint. Schnell gilt man als Faulpelz, der Efeu, Unkraut und Farne aufgrund der leichten Pflege und nicht etwa ihrer grünen Farbe wegen zu seinen liebsten Gattungen zählt. Vor ebendiesem Nachbarn, der fünf Jahre zuvor erstmals das „gemachte“ Grün betreten hatte und sagte, er sei nicht so der Gartentyp. Er würde höchstens mal ein paar Zwiebeln streuen. Tut sich so ein derart gewandelter, so ein Garten-Paulus, mit anderen Nachbarn zu einer Gemeinschaft Aktiver zusammen, dann ist schnell klar, auf wessen Verandatür das Streufeuer der geliehenen Häckselmaschine gerichtet wird.
Und dann gibt es natürlich noch die klassischen Typen – die Hackengeher, die Handwerker und Möbelrücker, die mit der wenig intimen Libido, die Fahrradparkplatzdiebe, die Spiongucker und Treppenhauslauerer, die Duschtenöre, die Partykönige und direkt gegenüber die Spaßbremsen, die Kinderkarrensammler, die Kohlkocher, die Streithähne … aber auch die Paketannehmer, Schlüsselverwahrer und Blumengießer. Zu manch einer Kategorie darf oder muss man sich selber zählen. Nachbarn sind so. Dafür kann man sich eben flott ein Ei oder eine Tasse Zucker borgen.
Man kann allerdings auch Mitbewohner haben, wenn man einziger Mieter der Wohnung ist. Ratten zum Beispiel. Und glauben wir den Medien, dann nehmen diese unfreiwilligen Wohngemeinschaften im städtischen Umfeld zu. Was sich dann wiederum in der Kompetenz jüngst gegründeter Kammerjäger-Unternehmen widerspiegelt. Rasch zwei Köderboxen aufgestellt, sagen sie einem im Gehen, man solle sich in ein, zwei Wochen wieder melden, ob nun Ruhe sei. Gern ist dann auch Ruhe, und tatsächliche Fachleute in Sachen Rattenbefall – Maurer zum Beispiel – können einem sagen, warum. Die können einem dann auch sagen, warum die Plagegeister nach wenigen Wochen wieder da sind. Kurze Frage nach der Größe des Nagetiers und die Typbeschreibung steht: Wanderratte. Tja, hätte der Kammerjäger auch fragen können. In den wirklich wichtigen Momenten steht einem der vermeintliche Experte sowieso nicht zur Seite. Was tun, wenn nun eine Ratte tatsächlich vom Gift umnebelt, auf einmal ach so knopfäugig auf den Hauptmieter zutaumelt – das Feindbild dadurch gleichermaßen ins Wanken bringt?
Nun, es gibt Geschichten aus der Nachbarschaft, die dürfen einfach kein Happy-End haben, so wie „Romeo und Julia“. Andere dagegen schon. Vielleicht wird es ja die mit dem bekehrten Gartenliebhaber sein. Immerhin hat er die meisten Farne stehen lassen und den Holzschredder hat er sich auch nie wieder ausgeliehen.
Nachbarn können mitunter allerdings ausgeprägte Spleens haben. So bringt der eine vielleicht täglich seinen immer gleichen Müll nach unten. Taschentücher, Kippenreste und Orangenschalen, nur um die Tüte kurz vor den Mülltonnen an der Hauswand zu entleeren. Manche Nachbarn kommen auch aus dem Urlaub als Akkordeonspieler zurück und unterhalten ungefragt den sonst so heimeligen Hinterhof mit Herzschmerz-Melodeien ihres Schifferklaviers. Oder sie entdecken plötzlich ihre Liebe für den gemeinsamen Nordgarten, der zuvor jahrelang den fast morbiden Charme eines Dornröschenparks versprühen durfte, nun, sorgsam geharkt und artig bepflanzt, Fenster in eine fremde Welt zu sein scheint. Schnell gilt man als Faulpelz, der Efeu, Unkraut und Farne aufgrund der leichten Pflege und nicht etwa ihrer grünen Farbe wegen zu seinen liebsten Gattungen zählt. Vor ebendiesem Nachbarn, der fünf Jahre zuvor erstmals das „gemachte“ Grün betreten hatte und sagte, er sei nicht so der Gartentyp. Er würde höchstens mal ein paar Zwiebeln streuen. Tut sich so ein derart gewandelter, so ein Garten-Paulus, mit anderen Nachbarn zu einer Gemeinschaft Aktiver zusammen, dann ist schnell klar, auf wessen Verandatür das Streufeuer der geliehenen Häckselmaschine gerichtet wird.
Und dann gibt es natürlich noch die klassischen Typen – die Hackengeher, die Handwerker und Möbelrücker, die mit der wenig intimen Libido, die Fahrradparkplatzdiebe, die Spiongucker und Treppenhauslauerer, die Duschtenöre, die Partykönige und direkt gegenüber die Spaßbremsen, die Kinderkarrensammler, die Kohlkocher, die Streithähne … aber auch die Paketannehmer, Schlüsselverwahrer und Blumengießer. Zu manch einer Kategorie darf oder muss man sich selber zählen. Nachbarn sind so. Dafür kann man sich eben flott ein Ei oder eine Tasse Zucker borgen.
Man kann allerdings auch Mitbewohner haben, wenn man einziger Mieter der Wohnung ist. Ratten zum Beispiel. Und glauben wir den Medien, dann nehmen diese unfreiwilligen Wohngemeinschaften im städtischen Umfeld zu. Was sich dann wiederum in der Kompetenz jüngst gegründeter Kammerjäger-Unternehmen widerspiegelt. Rasch zwei Köderboxen aufgestellt, sagen sie einem im Gehen, man solle sich in ein, zwei Wochen wieder melden, ob nun Ruhe sei. Gern ist dann auch Ruhe, und tatsächliche Fachleute in Sachen Rattenbefall – Maurer zum Beispiel – können einem sagen, warum. Die können einem dann auch sagen, warum die Plagegeister nach wenigen Wochen wieder da sind. Kurze Frage nach der Größe des Nagetiers und die Typbeschreibung steht: Wanderratte. Tja, hätte der Kammerjäger auch fragen können. In den wirklich wichtigen Momenten steht einem der vermeintliche Experte sowieso nicht zur Seite. Was tun, wenn nun eine Ratte tatsächlich vom Gift umnebelt, auf einmal ach so knopfäugig auf den Hauptmieter zutaumelt – das Feindbild dadurch gleichermaßen ins Wanken bringt?
Nun, es gibt Geschichten aus der Nachbarschaft, die dürfen einfach kein Happy-End haben, so wie „Romeo und Julia“. Andere dagegen schon. Vielleicht wird es ja die mit dem bekehrten Gartenliebhaber sein. Immerhin hat er die meisten Farne stehen lassen und den Holzschredder hat er sich auch nie wieder ausgeliehen.






