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haltungs.note

Ob der Entwurf nun bis ins Letzte durchdacht ist oder nicht, zur Zeit läuft eine ePetition zum Bedingungslosen Grundeinkommen, die man noch bis zum 10.02.2009 mitzeichnen kann. Ich hege die vielleicht blauäugige Hoffnung, dass ein derartiges Konzept jetzt mal echt Spannung in unser so betoniert und unvorteilhaft erstarrt wirkendes "Gemeinwesen" bringen könnte. Da wäre ich gern dabei.

Info zum Thema: Grundeinkommen - Ein Film-Essay von Daniel Häni und Enno Schmidt bei kultkino.ch rund um die Uhr zu sehen. Film sofort spielen (100min) >> Film ab! <<

Im Grunde klingt die Überschrift nach einer simplen Umkehrung der uns allen bekannten "Realkeeper"-Forderung, "practice what you preach". Was sie auch ist. Zumindest sprachlich. In der Anwendung finde ich es manchmal meistens gar nicht so hehr, den Leuten (appellierend) all das auf die Nase zu binden, was ich so treibe ... und dabei denke ich viel weniger an die Sachen, die eventuell gar nicht zur Nachahmung empfehlenswert sind als vielmehr an die Dinge, die mir seelisch (wenn es das gibt), geistig, körperlich und/oder moralisch (!) so gut tun, dass ich sie jedem anderen ebenso zu Leben und Alltag gehörend wünschen würde.

Auf der anderen Seite glaube ich fest daran, dass es unserem Schulsystem, unseren Schülern, Schulen, wahrlich nicht zuletzt den Lehrern, aber auch unserem Bruttosozialprodukt, oder was das eigentliche Ziel unserer staatlich gesponsorten Bildung ist, gut tun würde ... jetzt kommt's ... wenn Lehrer häufiger das predigen würden, was sie tun (was sie umtreibt, fasziniert, bewegt ... macht, dass sie sich lebendig fühlen) ... teach what you practice. Das geht sicherlich nicht in allen Fällen gut und viele von uns erinnern sich an öde Islandreise-Schilderungen des Erdkundelehrers ... aber ... Lehrplaninhalte zu vermitteln, die einen ganz genauso(wenig) interessieren, wie die Schüler, ist - wenn nicht komplett zum Scheitern verurteilt - zumindest suboptimal ... und daher kein Wunder, wenn Schüler und Lehrer beide aussteigen.

Das soll nun aber gewiss keine Schulreformansprache werden meinerseits, da sind andere berufener. Ich wollte nur ein Beispiel anführen, bei dem es sich als ausgesprochen sinnvoll erweisen kann, wenn man predigt, was man praktiziert. Fälle, bei denen das weniger ratsam ist, wären zum Beispiel: mit dem Rauchen aufgehört haben, regelmäßig Sport treiben, selber Brot backen, sich bewusst ernähren und natürlich die ganzen politisch korrekten Dinge, die man so treiben kann, bei denen ich mich aber auch nicht auskenne *hrhr*

Dank der Initiative des Logopaeden berichten die ein oder anderen Blogger weiterhin von ihren Bemühungen um eine stattlichere Figur, bessere Kondition und/oder - wie in meinem Fall - von den Bemühungen um die schrittweise Domestizierung des inneren Schweinehunds.

Da ich mangels Waage ausgesprochen selten auf eine solche steige und sich bei meinen Fotos allein durch Laufen vermutlich nur noch wenig tun wird, konzentriere ich mich in der Weiterführung von MC Winkels "Belly off" Projekt für heute mal auf meine Erlebnisse beim morgendlichen Lauf um den heimischen Weiher.

Als ich vor beinahe 5 Monaten mit dem Laufen begonnen habe, da quälten mich Strecken, die ich Jahre zuvor für lächerlich gehalten habe. Aufmerksame Leser wissen, das Laufen mochte ich noch nie, aber können konnt' ich's. Nun musste ich also erstmal mit völlig unter meiner Würde liegenden 3,5 (verkürzten) Runden um den Parkteich vorlieb nehmen. Danach war ich alle. Davor hatte ich mich den lieben langen Tag davor gedrückt, endlich meine Runden in Angriff zu nehmen. Und währenddessen? Währenddessen versuchte ich - so gut es ging - möglichst ökonomische 3,5 Runden zu laufen. Das heißt, ich habe die meisten Kurven geschnitten und war ziemlich ungnädig mit anderen Parkbesuchern, die meinem Energiesparmodus im Weg standen. Ob Spaziergänger oder Sportler. Mir doch scheißegal.

Im Eimsbütteler Park "am Weiher" darf man laut Ausschilderung den Rundlauf in beiden Richtungen vollziehen. Was ja an sich eine gute Sache ist. Die meisten Leute laufen natürlich gegen den Uhrzeiger. Ich auch. Ist einfach besser. Die wenigen, die mit dem Zeiger laufen, genießen allerdings einen nicht unerheblichen Vorteil. Sie tun allesamt so, als wären sie Autos und laufen dementsprechend über fast die gesamte Strecke innen. Wir sind ja nicht in England, Kenia, Pakistan, Indien oder Hongkong. Wäre ich einer von ihnen, würde ich mein unsoziales Innen-only Laufen auch als ach so praktische nonverbale Verständigung verkaufen. Ich laufe aber nun einmal nicht mit, sondern gegen den Uhrzeiger und daher habe ich mich in den ersten Wochen und Monaten viel mit der Erziehung meiner Parkgenossen befasst.

Stur, wie mein Opa, der in Freiburg-Günterstal auch dann noch auf seine Bergvorfahrt beharrt hatte, wenn die entgegenkommende Straßenbahn bereits im einspurigen Torbogen steckte, ging ich jede zweite Runde innen an. Mit gesenktem Haupt. Wenn ich ausreichend kaputt angepisst vom Laufen war, dann machte ich mit meiner Parkpädagogik auch nicht vor den athletischen Riesenkerlen halt. Wenn aber jemand aussah, als würde ihm der Lauf/Gang um den Weiher größere Schwierigkeiten bereiten als mir, dann beließ ich es bei bösen Blicken durften diese sich gern wie Autos vorkommen und verhalten. Gab genug andere, über die ich mich ärgern konnte. Läufer zum Beispiel, die ihr Fahrrad an der Innenbahn abstellen. Ja, wissen die denn nicht, wieviel Kraft das kostet so einen Drahtesel zu umgehen? Natürlich auch Kinderwagenmuttis, die zu dritt oder viert Panzerreihen bilden. Und ich darf das sagen, ich war selbst Kinderwagenmutti. Aber: als meine Akimbo-Töchter so klein waren, dass sie beide geschoben werden mussten, da hatte ich eine Karre, in der sie hintereinander saßen/lagen. Gehört sich einfach so. Ganz schlimm sind auch Hundebesitzer, die sich von ihren Vierbeinern ziehen lassen. Nachdem die 15-Meter Leine voll ausgefahren ist. Abgesehen davon, dass auch Hunde an kurzer Leine oder (verbotenerweise) komplett ohne Geschirr bevorzugt auf der Innenseite schnuppern. Egal, in welcher Richtung sie laufen.

Der Eimsbütteler Park "am Weiher" verfügt aber noch über eine Besonderheit. An einer Seite des Teichs ist der Laufweg halb gepflastert. Ich bevorzuge den vermeintlich Gelenk schonenden Sand. Versteht sich von selbst. Da habe ich schließlich ein Vorrecht. Zumindest gegenüber denen, die langsamer unterwegs sind, weil deren Knochen aus geringerer Höhe auf den Untergrund treten. Spaziergänger und Nordic Walker also. Auch das stur nebeneinander walkende Pärchen mit knallroten Windbreakern im Partner-Look. Die ließen sich allerdings nicht umerziehen (bisher). Zur Strafe heißen sie bei mir nur noch Ein-Euro-Jogger. Aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit den stigmatisierten Arbeitslosen meiner Hansestadt, die solche Jacken täglich in Sachen Stadtmarketing tragen müssen.

Der Fitness sei Dank, muss ich heute nicht mehr ganz so oft pädagogisch tätig werden .-)



Akimbo Ehrung für ChliiTierChnübler
Klick mich!Das Belly Off Projekt unseres allseits beliebten Wetten daß... Anwärters MC Winkel hatte einen unerwarteten Nebeneffekt: Die Schweizer Teilnehmerin Chnübli ließ es sich nicht nehmen, am letzten Tag der offiziellen Runde in die Eisen zu gehen und uns in Form eines prächtigen Videos daran teilhaben zu lassen. That's akimbo! wie wir finden und der tolle Dialekt am Ende der Session stellt ein zusätzliches Bonbon dar. Die Eidgenossin sagt dazu: "Ich war noch nie Akimba. Danke schön!" Wir danken auch... >> zum Video

Fünfacher Weltmeister der Herzen-Bauch im 98er Gewand vor bedeutendster Akimba der Videospielgeschichte
So, nun ist sie vorbei, die "Belly off" Aktion des Emmo Winkelsen. Meine Teilnahme daran war allerdings von Beginn an eher periphär. Ich laufe ja bereits seit Ende Januar. Und den Bauch abzuschaffen ist, wie gesagt, nicht mein primäres Ziel gewesen. Ist es immer noch nicht, auch wenn ich gewisse Veränderungen natürlich wohlwollend begrüßt habe.

Dennoch, optisch hat sich wenig getan (glaube ich) und so gibt es halt fünfmal denselben Bauch zu sehen. Gestern morgen hatte ich jedenfalls Gelegenheit, mal wieder auf die Waage zu steigen. Alles im grünen Bereich: 75,5 kg. Die Gefahr, dass ich unter die 75 Kilo Marke fallen könnte, scheint abgewendet *hrhr*... aber ich kann mich auch weitgehend normal ernähren, ohne an Gewicht zuzunehmen, solange ich nur weiter jeden Morgen meine halbe Stunde um den Weiher laufe. Neulich habe ich allerdings drei Tage hintereinander geschwänzt. Am Pfingstwochenende. Da bin ich stattdessen Wasserski gelaufen. Hätte nicht gedacht, dass ich das noch einmal mache in diesem Leben. Hat Mörderlaune gebracht und der Muskelkater hat mich fast eine Woche lang an diese feine Episode erinnert.

Was ich sagen wollte? Keine Ahnung. Geht laufen! Make it happen - make it habit! Ihr wisst ja, Gesundheitsapostel sein, ist nicht so meins... aber das Laufen bringt MIR eine Menge über den aktuellen BMI von 23,3 hinaus.

Ich fühle mich mitunter missverstanden. Geht wohl jedem so. Aber nicht jeder fühlt sich auf dieselbe Art missverstanden wie ich. Ich kann mich zum Beispiel hin und wieder aufregen - weil ich mich aufregen möchte. So habe ich mich vor ein paar Jahren über den vermeintlich im Entstehen begriffenen Bagels-Hype echauffiert. Um die Jahrtausendwende herum bin ich mit einem Kollegen nach L.A. geflogen und der hat sich ganz explizit darauf gefreut, endlich wieder Bagels essen zu können. Wenn man jetzt mit meinem Kopf hört und denkt, dann kommt da in etwa so etwas an: ich freue mich darauf, dass ich endlich wieder Brötchen mit großem Loch in der Mitte essen kann, dass ich endlich wieder mehr für weniger bezahle. Die elf Tage L.A. waren ja flott vorbei, aber nicht allzu lange danach, tauchten die ersten Brötchen mit Loch in der Mitte Spezialläden auf. Da hab ich mich in Gesellschaft meiner drei Akimbas noch einmal so richtig aufgeregt (weil ich wollte) und seitdem denken die drei, ich würde Bagels nicht mögen. Irgendetwas ist schief gelaufen.

Achso, ja, Belly-off und so: mein Gewicht fühlt sich super an - hab ja keine Waage. Super geteilt durch Einsachtzig² ist ein BMI-Wert von... hmm... Super! Ist unteilbar, glaube ich. Der Vatertag hat jedenfalls nicht so reingehauen, wie man hätte denken können. Und im Grunde wär's mir auch egal, solange ich weiter meine täglichen Runde laufe. Das mach ich. Sogar (so gut wie) immer vor dem Aufstehen. Beim letzten Wiegen am Sonntag habe ich allerdings einen theoretischen Rückschlag erlitten. Da hieß es 76,5 Kilo durch Einsachtzig² ist gleich BMI von 23,6. Kann ich aber auch gut mit leben, weil ich immer noch nicht so recht weiß, was mir dieser Wert bringen soll.

Ich hab ja keine Waage im Haus. Nicht als Backhilfe in der Küche. Nicht als Frankierhilfe auf dem Schreibtisch. Nicht einmal als Antriebshilfe im Bad. Tatsächlich ist es so, dass mir mein gefühltes Gewicht reicht. Das war mir vor ein paar Monaten sicherlich zu viel, zum Laufen hat es mich dennoch nicht gebracht. Eher habe ich dafür gesorgt, dass Situationen, in denen sich das Gewicht als zu schwer anfühlte, vermieden wurden. Laufen ist eine solche Situation. Schließlich läuft es sich viel besser, wenn man nicht so viel mit sich herumzutragen hat. Was natürlich nicht eintritt, solange man nicht läuft (oder Vergleichbares betreibt). Ein Teufelskreis...

Wie schon geschrieben, hatte ich es zu Beginn meiner täglichen Laufrunden gar nicht auf mein Gewicht abgesehen. Die tägliche Überwindung des inneren Schweinehunds stand und steht im Vordergrund - Kollateralboni werden natürlich dankend mitgenommen. Seit ich laufe, habe ich also insgesamt drei- oder viermal auf der Waage meiner Akimba gestanden. Als ich den Beitrag hassliebe... geschrieben habe, stützte ich mich auf einen Wert, der sicher zwei, eher drei Wochen davor mein Gewicht wiederspiegelte. Nun habe ich mich Sonntag zuletzt gewogen. 75 Kilo. Drei Kilo weniger als davor. BMI von 23,15. Toll! ... könnt ich nun sagen. Sag ich aber nicht. Vielmehr frage ich mich, wo das alles enden soll *hrhr*... unter 75 Kilo möchte ich eigentlich gar nicht rutschen. Es gab Zeiten, in denen ich aus der Pubertät und der anderen Richtung kommend von diesem Gewicht geträumt habe. Lange her. Zugegeben. Aber was mach ich jetzt, um nicht wieder bei 65 zu landen? Tractor-Pulling?

PS. Foto gibt's heut wohl nicht - schließlich sieht alles aus wie vorher. Glaube ich zumindest...
[edit] achso, *hrhr*... wie sieht's eigentlich beim Emmo aus?

Weltmeister der Herzen-Bauch im 98er Gewand vor bedeutendster Akimba der Videospielgeschichte
Ich hasse Laufen. Habe Laufen immer gehasst. Auch als aktiver Baseballer und Sportstudent. Ich hasse es noch heute. Zutiefst. Daran wird sich vermutlich auch nichts ändern, denn seit einem Vierteljahr stelle ich mein Verhältnis zum Laufen beinahe täglich auf die Probe. Fünf Tage in der Woche. Minimum. Eigentlich lieber jeden Tag. Und am Besten vor dem Frühstück (oder wie Kumpel D. sagte, vor dem Aufstehen). Das klappt inzwischen einigermaßen.

Warum ich laufe? Weil es mich voranbringt. Voranbringen soll. Weil ich mich im Überwinden des inneren Schweinehunds übe und durch das Laufen eine ganze Reihe weiterer Vorteile einstreiche. Es ist umsonst. Ich bin an der frischen Luft. Angeregt für den kommenden Tag. Ich fühle mich reichlich fitter. Ich habe wohl einige Kilo verloren. Geschätzte 5-7, habe mich allerdings zu Beginn der Tortur nicht gewogen. Irgendwann waren es 80 Kilo, vor zwei Wochen 78. Was einen BMI von 24,07 ergibt. Was immer mir das bringen soll. Aber zufrieden an mir herabsehen tue ich schon. Im Gegensatz zum MC. Der über einen Bauch klagt, der in etwa meinem oben abgebildeten entspricht (Sorry, Emmo, falls das nicht hinkommen sollte).

Bei aller eingestandenen, wieder entdeckten Eitelkeit muss ich allerdings meine äußerliche Form als Initialzündung für das Laufen von mir weisen. Ich laufe, weil ich es hasse. Ich liebe es, weil ich es hasse. Ich fühle mich besser, weil ich laufe, obwohl ich es hasse ... und weil sich so ein aktiver Körper einfach geiler anfühlt. Von innen, mein ich jetzt. Und das wirkt sich dann auch auf den Geist aus. Das kann nicht schaden.

Also, wenn ich abspeckenden Bloggern meine unerhebliche Meinung aufdrängen darf: Nehmt nicht ab, weil ihr abnehmen wollt. Nehmt ab, weil ihr Sport treibt, weil ihr euch fordern wollt! Tut es nicht für den Bikini, nicht für das donnerstägliche Foto, tut es für euch! Wenn euch der Wettbewerb, das Foto, die anstehende Bade-Saison dabei helfen, okay. Aber bleibt dabei, auch wenn die Wintersachen wieder hervorgekramt werden müssen.

hrhr... Gesundheitsapostel find' ich ja so daneben.